Artenvielfalt oder Biodiversität
Das Wandsbeker Gehölz – oder besser gesagt, die fünf Gehölze vom Wandsbeker Marktplatz bis zum Holstenhofweg – sind unterschiedliche Biotop-Typen. Die Priorität in den Waldstücken liegt in dem reichen Baumbestand, der durch sein dichtes Laubdach für Schatten, Kühlung, Feuchtigkeit und das entsprechende Klima sorgt. Die parkähnlichen Bereiche – allen voran das fünfte Gehölz mit dem Husarenweg – zeichnen sich durch die ungehinderte Sonneneinstrahlung und einem insgesamt wärmeren Klima durch eine höhere Artenvielfalt vor allem auch an den Wegrändern aus.
Ich habe mir ab März 2025 die Mühe, aber natürlich auch die Freude, gemacht, bei meinen Spaziergängen durch die Gehölze vor allem nach bodennahen, blühenden Pflanzen Ausschau zu halten und diese zu fotografieren, zu dokumentieren und zu bestimmen. Denn im März treiben als erste Pflanzen nach der Winterpause Busch-Windröschen und Scharbockskraut auf großen Flächen im Unterholz der Waldstücke ihre weißen und gelben Blüten aus. Bis einschließlich August folgen dann etwa 60 weitere Arten nach. Und je näher der Herbst dann auch kommt, zeigt sich schon der ein oder andere Pilz. Ich habe mich aber wohlweislich auf diese bodennahen, blühenden Pflanzen konzentriert, denn man muss auch Prioritäten setzen. Es ist mir zu viel gewesen, auch Gräser, Büsche, Sträucher und Bäume mit dem Dokumentieren abzudecken. Das können gern andere Spaziergänger vornehmen und hier ihre eigenen Beiträge auf dieser Website schreiben.
Die größte Artenvielfalt dieser Pflanzen fand ich erstaunlicherweise an den Wegrändern des Husarenwegs, die direktes Sonnenlicht erhalten und eben nicht das schattige Klima der Waldstücke. Hier allein konnte ich etwa 40 unterschiedliche Arten bestimmen. Auf den folgenden Seiten sehen Sie die Screenshots meines Smartphones mit der App Flora Incognita, die mir beim Bestimmen der Pflanzen gute Dienste leistet.
Ich will nicht unerwähnt lassen, dass ausgerechnet die Grünaufsicht, deren Anliegen – neben anderen wie Wegesicherheit für Spaziergänger usw. – auch eine große Artenvielfalt im Gehölz sein muss, durch ihre unsinnigen Mäharbeiten mit dem Mähfahrzeug genau die von mir dokumentierte Artenvielfalt innerhalb eines Tages vernichtet hat. Und dies unter dem fadenscheinigen Vorwand, damit dafür gesorgt zu haben, dass die Brombeersträucher an den Wegrändern des Husarenwegs zurückgedrängt werden, denn sie würden sonst alles überwuchern. Das kann man auch anders lösen als mit einer solch brachialen Vorgehensweise!