Verwendung von Totholz

Verwendung von Totholz

Dieser Vorfall betrifft nur ansatzweise das Wandsbeker Gehölz. Denn ich habe dieses Erlebnis außerhalb des Wandsbeker Gehölzes gemacht, und zwar in der Nähe der Zirpenstraße, auf dem Damm parallel zum Autobahnzubringer vom Horner Kreisel.

Ich gehe diesen Weg fast täglich bei meiner Kontroll-Tour durch das Revier. Und nun ist mir zum zweiten Mal ein Mann im mittleren Alter aufgefallen, der Totholz von Forstarbeiten an den Hängen des Dammes entsorgte.

Dieses Mal packte mich die Neugier und ich sprach den Mann an. Ob er von der Grünaufsicht oder dem Bezirksamt sei. Nein. Ob er denn eine Genehmigung habe, das Totholz zu entsorgen, denn ein intakter Wald brauche auch ein gewisses Maß an Totholz. Ja, er habe die Forstarbeiter, die diese Bäume gefällt hatten, um Erlaubnis gefragt. Gut, dann war alles im grünen Bereich.

Der Mann entsorgte mit einer Schubkarre und einer Axt mehrere mittelgroße Baumstammstücke. Größe etwa im Durchmesser 20 cm, Länge bis zu 1 Meter und darüber.

Es sei eine ziemliche Plackerei, die Baumstämme zu verwerten. Er mache dies für eine Ofenheizung in seinem Haus im Zirpenweg. Er müsse die Baumstammstücke erst mit der Axt auf den Damm schleppen. Dann im Schubkarren verstauen. Den schmalen Zu- und Abstieg des Dammes damit hinunter. Und sie dann nach Hause bringen.

Aber das sei noch nicht alles. Er müsse die Baumstammstücke noch mit der Säge zurechtschneiden. Und dann 3 Jahre lagern, bis er sie verheizen könne. Warum 3 Jahre lagern, fragte ich. Sie seien noch zu feucht. Und müssten trocknen. Wenn er sie vor dem Ablauf von 3 Jahren schon verheize, gäbe das Rückstände im Kamin, der Kaminfeger würde dies sehen und beanstanden.

Der Mann sagte mir noch, es sei zwar eine Plackerei, diese kleineren Baumstammstücke zu verwerten. Aber an die großen, entweder von den Forstarbeitern gefällten oder auch von einem Sturm und Unwetter entwurzelten Bäume mache er sich nicht ran. Sie seien zu dick, um sie zu zersägen und zu verwerten.

Da der Mann die Genehmigung der Forstarbeiter hatte, insistierte ich nicht länger und wünschte ihm ein schönes Wochenende. Auf dem Rückweg machte ich mir so meine Gedanken. Ein Verbrennen von Holz in einem Ofen oder für eine entsprechende Heizung ist nicht sehr klimafreundlich, da es Kohlendioxid erzeugt. Aber selbst das neue Heizungsgesetz der Bundesregierung erlaubt auch den Neueinbau von Pellet- und Holzheizungen. Es ist nicht zu erwarten, dass ein Hausbesitzer einen vorhandenen Ofen oder eine Holzheizung sofort sehr kostenintensiv gegen eine komplett klimafreundliche Heizung austauscht. Zumal die Maßnahmen der Bundesregierung auch für die kommenden 15 Jahre gedacht sind.

Also klimafreundlich nicht. Und als Zukunftsinvestition nicht empfehlenswert. Aber nachvollziehbar und bei Genehmigung durchaus eine Maßnahme, ein Zuviel von Totholz weiter zu verwerten. Zumal ja die Forstarbeiter der Grünaufsicht sicherlich im Blick haben, ob Totholz vom Ökosystem Wald – also dem Wandsbeker Gehölz – dringend benötigt wird. Oder ob eben einige Stücke davon in den Ofen wandern dürfen.

Wenn Du also Anwohner am Wandsbeker Gehölz bist, einen Ofen oder eine Holzheizung betreibst und die Forstarbeiter der Grünaufsicht des Bezirksamtes bei Baumfällarbeiten im Gehölz entdeckst, dann trau Dich und frage sie, ob einige der Baumreste anderweitig verwendet werden dürfen. Vorausgesetzt, Du willst die Arbeit und Plackerei mit den Baumresten auf Dich nehmen, diese in Dein wertes Heim zu schaffen! Und dieser Beitrag soll bitte nicht missverstanden werden, in Eigenregie Totholz aus dem Gehölz zu entfernen. Bitte das Amt vorher um Erlaubnis fragen!

Thobie
Author: Thobie

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