Hundeauslaufzonen im Gehölz

Hundeauslaufzonen im Gehölz

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Wer also wissen möchte, was sich hinter dem QR-Code in der rechten unteren Ecke befindet, klicke bitte hier:

https://www.hamburg.de/start-hundeauslaufzonen-wandsbek

Du findest hier Hinweise zu den Hundeauslaufzonen in Wandsbek. Einen generellen Hinweis zu Hundeauslaufzonen in Hamburg findest Du hier als downloadbare PDF-Datei:

Hundeauslaufzonen in Hamburg nach Bezirken sortiert (Stand: März 2024) (PDF, 440,1 KB)

Du freust Dich aber zu früh, wenn Du hier eine Karte von Hamburg und den Bezirken mit den eingezeichneten Auslaufzonen erwartest. Und auch, wenn Du nun davon ausgehst, im Gehölz noch große Auslaufzonen für Deinen Hund zu finden. Nach der Erläuterung auf der Seite der Stadt Hamburg werden zwar „in allen öffentlichen Grün- und Erholungsanlagen Wandsbeks […] auf Wegen, Pfaden und Rasenflächen der Leinenzwang für Hunde mit erfolgreich abgelegter Gehorsamsprüfung aufgehoben.“ Somit ist hier der § 9 Abs. 3 Hundegesetz aufgehoben, für gehorsamsgeprüfte Hunde gilt dort die Anleinpflicht nicht – aber unbedingt den Nachweis mitführen!  Aber dennoch gilt, „ausgenommen sind weiterhin alle Spielplätze und -flächen, als Liegewiesen genutzte Rasenflächen, Blumenbeete, Unterholz, Uferzonen und Biotope.“ Bleiben somit im Gehölz doch nur die Spazierwege.

Und bei der Gesamtübersicht für Hamburg respektive Wandsbek sind für Wandsbek nur 19 Auslaufzonen angegeben, für Marienthal aber gar keine.

Verwendung von Totholz

Verwendung von Totholz

Dieser Vorfall betrifft nur ansatzweise das Wandsbeker Gehölz. Denn ich habe dieses Erlebnis außerhalb des Wandsbeker Gehölzes gemacht, und zwar in der Nähe der Zirpenstraße, auf dem Damm parallel zum Autobahnzubringer vom Horner Kreisel.

Ich gehe diesen Weg fast täglich bei meiner Kontroll-Tour durch das Revier. Und nun ist mir zum zweiten Mal ein Mann im mittleren Alter aufgefallen, der Totholz von Forstarbeiten an den Hängen des Dammes entsorgte.

Dieses Mal packte mich die Neugier und ich sprach den Mann an. Ob er von der Grünaufsicht oder dem Bezirksamt sei. Nein. Ob er denn eine Genehmigung habe, das Totholz zu entsorgen, denn ein intakter Wald brauche auch ein gewisses Maß an Totholz. Ja, er habe die Forstarbeiter, die diese Bäume gefällt hatten, um Erlaubnis gefragt. Gut, dann war alles im grünen Bereich.

Der Mann entsorgte mit einer Schubkarre und einer Axt mehrere mittelgroße Baumstammstücke. Größe etwa im Durchmesser 20 cm, Länge bis zu 1 Meter und darüber.

Es sei eine ziemliche Plackerei, die Baumstämme zu verwerten. Er mache dies für eine Ofenheizung in seinem Haus im Zirpenweg. Er müsse die Baumstammstücke erst mit der Axt auf den Damm schleppen. Dann im Schubkarren verstauen. Den schmalen Zu- und Abstieg des Dammes damit hinunter. Und sie dann nach Hause bringen.

Aber das sei noch nicht alles. Er müsse die Baumstammstücke noch mit der Säge zurechtschneiden. Und dann 3 Jahre lagern, bis er sie verheizen könne. Warum 3 Jahre lagern, fragte ich. Sie seien noch zu feucht. Und müssten trocknen. Wenn er sie vor dem Ablauf von 3 Jahren schon verheize, gäbe das Rückstände im Kamin, der Kaminfeger würde dies sehen und beanstanden.

Der Mann sagte mir noch, es sei zwar eine Plackerei, diese kleineren Baumstammstücke zu verwerten. Aber an die großen, entweder von den Forstarbeitern gefällten oder auch von einem Sturm und Unwetter entwurzelten Bäume mache er sich nicht ran. Sie seien zu dick, um sie zu zersägen und zu verwerten.

Da der Mann die Genehmigung der Forstarbeiter hatte, insistierte ich nicht länger und wünschte ihm ein schönes Wochenende. Auf dem Rückweg machte ich mir so meine Gedanken. Ein Verbrennen von Holz in einem Ofen oder für eine entsprechende Heizung ist nicht sehr klimafreundlich, da es Kohlendioxid erzeugt. Aber selbst das neue Heizungsgesetz der Bundesregierung erlaubt auch den Neueinbau von Pellet- und Holzheizungen. Es ist nicht zu erwarten, dass ein Hausbesitzer einen vorhandenen Ofen oder eine Holzheizung sofort sehr kostenintensiv gegen eine komplett klimafreundliche Heizung austauscht. Zumal die Maßnahmen der Bundesregierung auch für die kommenden 15 Jahre gedacht sind.

Also klimafreundlich nicht. Und als Zukunftsinvestition nicht empfehlenswert. Aber nachvollziehbar und bei Genehmigung durchaus eine Maßnahme, ein Zuviel von Totholz weiter zu verwerten. Zumal ja die Forstarbeiter der Grünaufsicht sicherlich im Blick haben, ob Totholz vom Ökosystem Wald – also dem Wandsbeker Gehölz – dringend benötigt wird. Oder ob eben einige Stücke davon in den Ofen wandern dürfen.

Wenn Du also Anwohner am Wandsbeker Gehölz bist, einen Ofen oder eine Holzheizung betreibst und die Forstarbeiter der Grünaufsicht des Bezirksamtes bei Baumfällarbeiten im Gehölz entdeckst, dann trau Dich und frage sie, ob einige der Baumreste anderweitig verwendet werden dürfen. Vorausgesetzt, Du willst die Arbeit und Plackerei mit den Baumresten auf Dich nehmen, diese in Dein wertes Heim zu schaffen! Und dieser Beitrag soll bitte nicht missverstanden werden, in Eigenregie Totholz aus dem Gehölz zu entfernen. Bitte das Amt vorher um Erlaubnis fragen!

Gewässer im Wandsbeker Gehölz

Gewässer im Wandsbeker Gehölz

Bei meinen täglichen Kontroll-Touren durch mein Revier kamen mir immer wieder zwei Fragen auf. Hat das Gewässersystem im Gehölz auch einen Namen? Wie es die Wandse hat, die den Eichtalpark durchquert und in der Alster mündet? Und woher kommt das Wasser, das das Gehölz mutmaßlich von Osten nach Westen durchströmt?

Gehölzgraben
Für einen Bach doch eher zu schmal und zu wenig Wasserführung

Die erste Frage ließ sich recht schnell klären. Das Gewässersystem hat historisch gesehen den Namen „Gehölzbach“. Aber da es sich mittlerweile fast nicht mehr um einen Bach handelt – es ist an manchen Stellen nicht einmal einen Meter breit –, handelt es sich eher um ein Grabensystem und die Bezeichnung „Gehölzgraben/Gehölzgräben“ ist angebrachter.

Die zweite Frage zu klären ist schwieriger. Und um es vorwegzunehmen, ich habe mich mit dem Anliegen an die Grünaufsicht des Bezirksamt Wandsbek gewandt. Und dort an das Fachamt des Management des öffentlichen Raums, das auch für die Wandsbeker Gewässer zuständig ist. Die Antwort steht aber noch aus. Bei Vorliegen einer Antwort wird dieser Beitrag hier natürlich sofort mit den aktuellsten Daten aktualisiert.

Wasserverlauf im Gehölzgraben im 3. Gehölz von Ost nach West
Eifrig fließendes Wasser in den Gehölzgräben

Zunächst einmal kann man konstatieren, dass der Gewässerfluss in den Gräben ganz offensichtlich vom vierten Gehölz im Osten bis zum ersten Gehölz im Westen  – das aber keine Gehölzgräben hat – verläuft. Kurz gesagt, von Ost nach West. Man kann den Gehölzgraben zurückverfolgen bis zum Husarenweg – der kleine Parkweg mit dem Kinderspielplatz östlich der Concordia-Vereins-Gaststätte –, zu dem er – vom vierten Gehölz kommend – parallel rechts davon verläuft. Dann jedoch endet er am Universitätsgelände der Bundeswehr und kann nicht weiterverfolgt werden. Doch wo ist ist seine Quelle oder der Ursprung des Wasserzuflusses?

Kleiner Tümpel
Großer Teich im 4. Gehölz – woher stammt das Wasser?

Es gibt einen wichtigen Punkt bei der ganzen Sichtung. Nämlich den, dass Wasserführung im ersten und zweiten Gehölz und Wasserführung im dritten und vierten Gehölz getrennt voneinander zu betrachten sind. Und auch geografisch (fast) getrennt voneinander verlaufen. Und auch Quellen haben. Es gibt somit zwei Wassersysteme.

Zum ersten und zweiten Gehölz:

Das erste Gehölz hat keinen Gehölzgraben. Und das zweite Gehölz hat einen Grabenverlauf, der direkt von Süden nach Norden zieht. Er beginnt mit einem Wasserzufluss in der Jüthornstraße, nahe des großen Kinderspielplatzes. Das Besondere daran ist, dass es in Marienthal an der BAB 24 ein unter Denkmalschutz stehendes Pumpenhäuschen gibt, das die tiefer gelegene Horner Rennbahn und den dortigen Freizeitpark entwässert und das Wasser in diesen Grabenverlauf im zweiten Gehölz pumpt.

Die Kielmannseggstraße macht kurz vor der Autobahn einen Schlenker in Richtung Nöpps. Dort bei etwa Hausnummer 174 steht das Pumpenhäuschen. Direkt dahinter ist die Autobahn bzw. die Lärmschutzwand dorthin. Damit ist zumindest die Wasserzuführung zum ersten respektive zweiten Gehölz geklärt.

Der Verlauf des unterirdischen Kanals in die Wandse

Der Gehölzgraben im zweiten Gehölz endet von Süden aus betrachtet links vom ersten Gebäude des Gehölzweges unterirdisch. Der unterirdische Kanal verläuft etwa auf Kellerhöhe eines Hauses. Da die Schule an der Bovestraße sicher auch ein Kellergeschoss hat, vermute ich, dass der Kanal an den Bahngärten von Süden aus gesehen links abbiegt und unter dem Fussweg im östlichen Teil des ersten Gehölzes verläuft – wie es auch die Karte angibt. Er fließt dann weiter unter der Schädlerstraße und der Wendemutstraße und mündet schließlich in die Wandse.

Nördliche Mündung des Gehölzgrabens im 2. Gehölz vor den Bahngärten
Verschlossener Zugang zur unterirdischen Führung des Gehölzgrabens an den Bahngärten

Weiter blickend versorgt der Gehölzgraben somit die Wandse, dann die Alster und schließlich die Elbe mit Wasser.

Nun ist auch nachvollziehbar, warum das erste Gehölz keinen Gehölzgraben hat. Denn das Wasser verläuft unter der östlich davon gelegenen Schule.

Zum dritten und vierten Gehölz:

Übrig bleibt die Frage, wie der Wasserlauf im dritten und vierten Gehölz stattfindet und wo das Wasser herkommt. Es verläuft nachprüfbar von Osten nach Westen. Und das dritte und vierte Gehölz hat nicht nur vier Teiche respektive Tümpel, die Wasser brauchen. Sondern ist auch durchzogen von vielfältigen Gehölzgräben, die alle Wasser enthalten und transportieren. Die Wasserversorgung nur auf Oberflächengewässer von höher liegenden Flächen zurückzuführen ist nicht schlüssig.

Allerdings ist vielleicht zielführend, dass es zwischen beiden Wassersystemen doch eine kleine Verbindung und somit Wasserzufuhr gibt. Der Gehölzgraben im zweiten Gehölz, der das Wasser von der Pumpstation aus Horn bekommt, hat doch einen Zulauf eines Gehölzgrabens vom dritten Gehölz auf Höhe des Kinderspielplatzes. Und an der westlichen Spitze des dritten Gehölzes ist auch eine Kanalführung vorhanden, durch die das Wasser aus dem dritten Gehölz (dann vermutlich unterirdisch) in den Gehölzgraben des zweiten Gehölzes gelangt.

Zufluss vom 3. Gehölz kommend in den Gehölzgraben im 2. Gehölz
Kanalführung im Westen des 3. Gehölzes

Irgendwohin muss ja schließlich das Wasser aus dem vierten und dritten Gehölz fließen, auch wenn es eventuell unterirdisch oder als Sickerwasser fließt.

Aber das Graben-/Teichsystem im dritten und vierten Gehölz bleibt somit (noch) ein Rätsel.

Totholz

Totholz

Liegendes Totholz

Ein Wald besteht nicht nur aus lebenden Pflanzen, sondern auch aus vielen toten Pflanzen. Manchmal sieht man in Wäldern umgestürzte Baumstämme, die zwischen den Baumstämmen der intakten Bäume auf dem Waldboden liegen. Und als ordnungsbewusster Deutscher fragt sich der eine oder andere manchmal schon: Warum wird dieser Baumstamm nicht von der Forstaufsicht des Waldes abgeholt, beseitigt und entsorgt?

Darauf gibt es eine ganz einfache Antwort: Das soll so sein und der Baumstamm bleibt liegen. Denn es handelt sich um so genanntes Totholz. Jeder frei sich entwickelnde Wald, der nicht von der Forstwirtschaft bewirtschaftet und gepflegt wird, hat schon in der Zeit vor den Menschen immer Totholz enthalten. Dieses besteht aus kranken oder toten Bäumen. Aus Bäumen, die vom Blitz getroffen wurden. Oder die bei einem Unwetter wie einem starken Sturm entwurzelt wurden.

Eine große Menge an unterschiedlichem Totholz
Eine große Menge an Totholz
Sogar mit der ausgerissenen Baumwurzel

Beim Totholz wird zwischen stehendem und liegendem Totholz unterschieden. Stehendes Totholz ist seltener, bietet aber meist eine größere Vielfalt an Standortfaktoren und ist daher ökologisch wertvoller als liegendes.

Stehendes und liegendes Totholz
Stehendes Totholz am Teich
Weiteres stehendes Totholz
Liegendes, verrottendes Totholz

Das Totholz gehört zum Ökosystem des Waldes dazu. Jeder intakte und lebende Wald enthält Totholz. Sie werden jetzt fragen, wozu denn dieses Totholz dient? Auch das ist einfach erklärt:

  • Nahrung
  • Schutz
  • Lebensraum
  • Fortpflanzung

Zunächst einmal sind viele niedrige Pflanzenarten auf das Totholz angewiesen. Dazu zählen viele Pilzarten, Flechte und Moose. Des weiteren dient die Zellulose des Holzes als Nahrungsmittel für viele Insekten. Oder für deren Nachkommenschaft. Denn Totholz ist auch eine Grundlage für den Nachwuchs vieler Insekten, die ihre Eier in das tote Holz legen. Zu einer Raupe herangewachsen, frisst sich die Raupe durch das tote Holz und hat somit eine Nahrungsgrundlage. Und die sich im Totholz entwickelnden oder lebenden Insekten sind wiederum Nahrungsgrundlage für diverse Tiere wie Vögel. Und für viele Insekten und Tiere ist das Totholz auch gern gefundener Schutz vor anderen Fressfeinden und sie sich fressen oder graben sich tief in das tote und sich langsam zersetzende Holz hinein. Dann kann Totholz auch ein Lebensraum sein, wenn Tiere ihre Bauten und Nester darin anlegen.

Auch Äste zählen zum Totholz
Dieses Totholz liegt dort erst etwa ein Jahr
Viel Totholz
Auch das gilt als Totholz

Jeder Totholztyp ist mit seiner eigenen Flora und Fauna assoziiert. Es entstehen Lebensgemeinschaften in der Rinde, im Holz, in Baumhöhlen und in Sonderstrukturen wie Saftflüssen, Ameisennestern oder Brandstellen. Und es sind viele Pilzarten und Käferarten an der vollständigen Remineralisierung eines Totholzkörpers beteiligt.

Viele Tiere und Pflanzen sind in ihrer Lebensweise hochgradig auf bestimmte Zerfalls- und Zersetzungsphasen von Holz angewiesen. Dazu zählen die schon erwähnten Pilze, Flechten, Moose und Farne und viele Insekten wie etwa Ameisen, Hautflügler und Schmetterlinge. Ebenso zählt auch der überwiegende Teil der Wespen- und Bienenarten dazu.

Für größere Tiere bietet Totholz die Möglichkeit, ihre Bauten und Nester anzulegen. Und ist somit Lebensraum von Vögeln und anderen Wirbeltieren. Baummarder nutzen solche Höhlen. Diese dienen wiederum einer Reihe von Fledermausarten als Sommer- und Winterquartier. Und auch verschiedene Amphibien und Reptilien suchen liegendes Totholz als Tagesversteck oder zum Überwintern auf.

Verstecke für Insekten und Tiere
Höhle für Insekten
Stehendes Totholz mit Höhlen

Totholz wird darüber hinaus über Jahre hinweg von Bakterien, Käfern und Pilzen zersetzt. Der entstehende Humus wird zum Nährboden für Pflanzen. Auch junge Bäume wachsen wiederum auf dem entstandenen Humus.

Moosbewuchs
Pilzbewuchs
Von Insekten und deren Raupen zerfressenes Holz
Stark verrottet

Somit ist dieses Totholz, das für uns Menschen auf den ersten Blick zunächst keine Daseinsberechtigung und somit Zweck hat, für viele Lebewesen eine essentielle Lebensgrundlage. Und aus diesem Grund lässt die Forstwirtschaft immer einen Teil des Totholzes im Wald liegen und über Jahre hin verrotten. Denn das Ökosystem Wald benötigt dieses Totholz dringend. Stehendes und liegendes Totholz dient somit als Grundlage für vielfältiges neues Leben.

Fast völlig verrotteter Baumstumpf
Für mich DAS Paradebeispiel für verrottendes Totholz