Stationäre sanitäre Einrichtung für das Gehölz
Es ist ein prekäres Thema. Und es herrschen dazu die unterschiedlichsten, manchmal gegensätzlichen Meinungen. Aber es ist an der Zeit, diese Thematik nochmals in das Licht der Öffentlichkeit zu ziehen.

Viele Anwohner und Spaziergänger haben das sicherlich schon erlebt. Man hat beim Kaffeetrinken zu viel Kaffee getrunken. Und beim Spaziergang im Gehölz drückt dann schnell die Blase. Oder sogar der Darm vom umfangreichen Essen am Vortag. Was nun tun? Die Wenigsten wohnen direkt am Gehölz und können schnell die heimische Toilette aufsuchen. Familien mit Kindern, die eine der Spielplätze in den Gehölzen besuchen, schaffen dies sicherlich in der Kürze der Zeit auch nicht. Und gänzlich unmöglich ist es für Behinderte im Rollstuhl oder ältere Menschen mit einem Rollator.

Wenn man also nicht gerade am Osterkamp unterwegs ist und die einzige „öffentliche“ Toilette in der „Concordia“-Gaststätte aufsuchen kann, hat man im Grunde nur die Möglichkeit, sich einmal kurz in die Büsche zu verdrücken. Für Männer ist dies sicherlich eine einfache Lösung, für Frauen jedoch meistens sehr schwierig.

Wer oft im Gehölz unterwegs ist, dem ist dieses Malheur sicherlich schon einmal unterlaufen. Und so gibt es in den Gehölzen etwa sechs „natürliche“ Toiletten, die von Spaziergängern immer wieder aufgesucht werden, um sich von ihrer Last zu befreien. Es soll hier nicht auf unappetitliche Details eingegangen werden, aber die Meisten können es sicherlich eindeutig einordnen, wenn man an diesen Stellen immer wieder gebrauchte Papiertaschentücher für die Reinigung des Allerwertesten findet. Die Fotos zeigen einige dieser „natürlichen“ Toiletten – natürlich nicht im Detail –, aber dies ist leider für viele Spaziergänger manchmal der einzige Ausweg, bevor die Angelegenheit im wahrsten Sinne des Wortes in die Hose geht.



Es ist also wirklich an der Zeit, dass das Gehölz eine stationäre, sanitäre Einrichtung erhält, am besten in Form eines Bio-WC. Viele Anwohner, Nachbarn, Eltern von Kindern und ältere Menschen haben sich schon dafür ausgesprochen und würden diese Einrichtung sehr begrüßen. Am besten geeignet ist ein zentraler Platz, und da bietet sich das Umfeld des Piratenspielplatzes an der Kielmannseggstraße mitten im Stadtteilkern von Marienthal sehr an. Zentral, auch von den Geschäften aus dem Stadtteilkern erreichbar, ideal gelegen für die vielen Kinder auf dem Spiel- und Bolzplatz und es ist auch ausreichend Platz für ein Bio-WC an diesem Standort. Und für das Servicepersonal der Stadt oder eines ortsansässigen Betreibers ist dieser Standort auch gut zur Wartung und Pflege erreichbar.

Ich habe am 15.09.2025 eine Antwort der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft auf meinen Standortvorschlag eines Öko-WC im Gehölz erhalten. Die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) ist ministeriell zuständig für öffentliche Toiletten, die Stadtreinigung ist allerdings für die Verwaltung und die Unterhaltung zuständig.
Das Problem der wilden Toiletten sei nach Aussage der Behörde ein gesellschaftliches Problem und in ganz Hamburg verbreitet. Auch bei dem Vorhandensein einer öffentlichen Toilette im Gehölz gibt es Bürger, die dieses Angebot dennoch nicht annehmen.
Es sind aufgrund der mit dem Bau, der Aufstellung und der Unterhaltung von öffentlichen Toiletten verbundenen Kosten aufgrund des begrenzten Budgets der zuständigen Behörde immer nur eine begrenzte Anzahl von Vorhaben umsetzbar. Öffentliche Toiletten werden daher vorzugsweise an Verkehrsknotenpunkten, touristischen Hotspots und Parkanlagen mit überregionaler Bedeutung für die Passanten aufgestellt.
Aus diesem Grund können einige lokal gemeldete Bedarfe in der derzeitigen finanziellen Haushaltslage nicht berücksichtigt werden. Mein Standortvorschlag für eine öffentliche Toilette im Gehölz kann daher nicht berücksichtig werden.
Die Haushaltslage ist exzellent! Allein der Wille, die vorhandenen Geldmengen gerecht zu verteilen und sinnvoll zu investieren, fehlt…